Bezirke
Wels LandVoecklabruckUrfahr UmgebungSteyr LandSchärdingRohrbackRiedPergLinz LandKirchdorfGrieskirchenGmundenFreistadtEferdingBraunauWelsSteyrLinzX Schliessen
gruene.at
Navigation:
am 24. Mai 2014

Werberat verurteilt Disco-Werbesujet

Maria Buchmayr - Sujet widerspricht mehrfach Ethik der Werbewirtschaft

Nach unserer Beschwerde hat der Werberat klar geurteilt: Die Disco-Bewerbung für einen „Mädchenflohmarkt widerspricht mehrfach dem Ethik-Kodex der Werbewirtschaft, muss gestoppt bzw. das Sujet geändert werden. Das ist erfreulich im konkreten Fall und ist ein klares Signal für allfällig weitere Kampagnen. LAbg. Maria Buchmayr, Grüne Frauensprecherin, fühlt sich in ihrem Protest gegen das Plakat einer Mühlviertler Disco, die mit dem Sujet „Mädchenflohmarkt“ eine Veranstaltung beworben hat, klar bestätigt. 

Aus der Begründung des Werberates: 

Die eindeutige Mehrheit der Werberäte und Werberätinnen sieht im Hinblick auf das beanstandete Werbe-Sujet eine eindeutige Verletzung des Ethik-Kodex der Werbewirtschaft, vor allem des Artikels 2.1. „Geschlechterdiskriminierende Werbung“ und des Artikels 1.1.4„Allgemeine Werbegrundsätze - Werbung darf nicht gegen die allgemein anerkannten guten Sitten verstoßen“.

Das Plakat verstößt mit seiner Reduktion von Frauen als Objekte im Rahmen eines Flohmarktes gegen mehrere Bestimmungen des Ethik-Kodex: Die Werbegestaltung stellt Frauen abwertend dar (2.1.1.a)* – das Wort „Flohmarkt“ assoziiert billige, gebrauchte Ware, die Chance auf Schnäppchen, von denen man sich leicht wieder trennt, weil sie doch so billig gewesen sind. Solch eine verächtliche Zuschreibung widerspricht gravierend dem Prinzip der Gleichwertigkeit der Geschlechter (2.1.1.b)*. Weiters gibt diese Werbung zu verstehen, dass männliches Dominanzgebaren tolerierbar sei (2.1.1.c)* und reduziert Frauen auf ihre Sexualität (2.1.1.e)*. Dazu passt der Blickfangcharakter der Darstellung, die halboffenen Mund und Busen fokussiert (2.1.1.d)*.

„Die Beurteilung steht für sich und bedarf keiner weiteren Kommentierung. Es einfach unverständlich, dass immer wieder auf solche frauenfeindlichen Botschaften zurückgegriffen wird. Es sind Affronts und Herabwürdigungen von Frauen, die wir niemals tolerieren und akzeptieren werden. Das ist unser klare Botschaft an alle, die sich auch weiterhin an solchen Stilmitteln versuchen wollen“, betont Buchmayr.

Zusatz:

*) Im Wortlaut – Ethik-Kodex Artikel 2.1.1. „Geschlechterdiskriminierende Werbung (sexistische Werbung) liegt insbesondere vor…

a) „… wenn Frauen oder Männer auf abwertende Weise dargestellt werden.“

b) „ … wenn die Gleichwertigkeit der Geschlechter in Frage gestellt wird.“

c) „ … wenn Unterwerfung oder Ausbeutung dargestellt oder zu verstehen gegeben wird,
dass Gewalt oder Dominanzgebaren tolerierbar seien.“

d) „… wenn die Person in rein sexualisierter Funktion als Blickfang dargestellt wird, insbesondere dürfen keine bildlichen Darstellungen von nackten weiblichen oder männlichen Körpern ohne direkten inhaltlichen Zusammenhang zum beworbenen Produkt verwendet werden.“

e) „… wenn eine entwürdigende Darstellung von Sexualität vorliegt oder die Person auf ihre Sexualität reduziert wird“.

24.03.2014

Aktiv  werden.  Das  ist  Grün.  Banner  rechts.